Die lange Geschichte der Seife

   
 

Eine Vorform der heute so selbstverständlichen Seife kannten die
Menschen bereits vor etwa 4500 Jahren.
Auf einer Tontafel der Sumerer, einer frühen Hochkultur auf dem
Gebiet des heutigen Iraks,
ist das erste Seifenrezept der Menschheit in Keilschrift verewigt.
Die Rezeptur beinhaltet bereits eine Anleitung zum "Kochen"
von Seifen aus Pottasche und Ölen:
Die alkalische Pottasche, die man aus verbrannten Pflanzen
und Hölzern gewann, wurde mit den Ölen verkocht.
Die Mischung setzte die Oberflächenspannung des Wassers herab,
sodass die fettlösende Lauge den Schmutz
gut angreifen konnte. An diesem Reinigungsprinzip hat
sich im Laufe der Jahrtausende nichts geändert.

 

 
 

Seife als Kosmetikum

   
 


 


Die Germanen und Gallier waren es dann, die Seife als "dekoratives Kosmetikum" entdeckten.
Sie verwendeten die aus Ziegen-, Rinder- oder Hirschtalg hergestellte Seife als Bleichmittel
für ihre Haare oder frisierten sich mit einer Art Seifen-Pomade.
Diese Bräuche wurden von den Römern übernommen. Trotz ihrer hoch entwickelten Badekultur
verwendeten die Römer die Seife zur Körperreinigung erst ab dem 2. Jahrhundert nach Christus.

 
 

Ein neues Hygieneverständnis

   
 

In der Folge galt deshalb im 16. und 17. Jahrhundert die Trockenwäsche als schick
ganz ohne Seife und Wasser, sondern mit sauberen Tüchern, Parfüm und Puder.
Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden Wasser und Seife als Substanzen
der Körperreinigung wiederentdeckt. Und erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts
setzte sich ein umfassenderes Hygieneverständnis durch.
Der dadurch entstehende hohe Bedarf an Seife konnte nur durch eine industrielle
Produktion befriedigt werden. Für feine Seifen zur Körperwäsche wurden nun
hochwertige Öle verwendet, während einfache Seifen zum Waschen und Scheuern aus
billigem Lein- oder Hanföl gekocht wurden.
Die industrielle Produktion griff auf die inzwischen mögliche künstliche Herstellung
von Natriumcarbonat und Natriumhydroxid zurück, was die Produktion des Reinigungsmittels
enorm verbilligte. Auch das Seifesieden wurde nach und nach durch ein anderes Verfahren
ersetzt: das Einleiten von Dampf. Richtig gesiedete Seifen sind heutzutage selten.

 

 


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